SIMATIC HMI KP300 und KP400: Obsoleszenz ab Oktober 2026

Für das SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN und das SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN tritt am 01. Oktober 2026 die Obsoleszenz ein. Betroffen sind die Artikelnummern 6AV6647-0AH11-3AX1 und 6AV6647-0AJ11-3AX1. Betreiber sollten jetzt prüfen, wo diese Panels im Einsatz sind, ob aktuelle Projektstände vorliegen und welche Strategie für Reparatur, Austauschgerät, Bevorratung oder Migration sinnvoll ist.

SIMATIC HMI KP300 und KP400: Obsoleszenz ab Oktober

Siemens kündigt für zwei kompakte SIMATIC-HMI-Bediengeräte eine Statusänderung an: Das SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN und das SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN gehen am 01. Oktober 2026 in den Status P.M400 über. Damit tritt für beide Panels die Obsoleszenz ein.

Aus heutiger Sicht, dem 14. September 2026, bleibt Betreibern nur noch ein kurzer Zeitraum, um die installierte Basis zu prüfen. Am 01. Oktober 2027 folgt der nächste Schritt: Dann wechseln beide Geräte in den Status P.M410. Ab diesem Zeitpunkt gelten sie als produktgestrichen und sind nur noch als Ersatzteil verfügbar.

Welche SIMATIC-HMI-Geräte sind betroffen?

Infografik zum Produkauslauf  SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN und SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN herunterladen

 

Betroffen sind zwei Bediengeräte aus der SIMATIC-HMI-Basic-Familie:

ProduktArtikelnummerStatusänderung
SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN6AV6647-0AH11-3AX1P.M400 ab 01.10.2026, P.M410 ab 01.10.2027
SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN6AV6647-0AJ11-3AX1P.M400 ab 01.10.2026, P.M410 ab 01.10.2027

Legende Siemens-PLM-Status

StatusBedeutung
P.M300Lieferfreigabe: Das Produkt ist regulär bestellbar und befindet sich im aktiven Vertrieb.
P.M400Produktauslaufankündigung: Die Obsoleszenz tritt ein. Betreiber sollten Ersatzteilstrategie, Reparaturmöglichkeit, Bevorratung und Migration prüfen.
P.M410Produktstreichung: Das Produkt ist nicht mehr regulär erhältlich und nur noch als Ersatzteil verfügbar.
P.M490Abkündigung Ersatzteil: Es werden keine neuen Ersatzteile mehr bereitgestellt. Verfügbarkeit ist nur noch abhängig von vorhandenen Beständen.
P.M500Produktabkündigung / Ende des Produktlebenszyklus: Das Produkt ist abgekündigt; Ersatzteilversorgung und Support sind beendet beziehungsweise nicht mehr vorgesehen.

Das KP300 Basic mono PN ist ein kompaktes Tastenpanel mit monochromem Display und PROFINET-Schnittstelle. Das KP400 Basic Color PN ist ein Tastenpanel mit Farbdisplay und PROFINET-Schnittstelle. Beide Geräte werden häufig in Maschinen und Anlagen eingesetzt, bei denen einfache Bedien- und Beobachtungsfunktionen ausreichend sind.

Für Betreiber ist die Artikelnummer entscheidend. In der Praxis können ähnliche Gerätebezeichnungen, ältere Varianten oder Nachfolgeartikel schnell zu Verwechslungen führen. Deshalb sollten Instandhaltung und Einkauf nicht nur nach der Baureihe suchen, sondern die vollständige MLFB am Gerät, in der Ersatzteilliste oder in der Anlagendokumentation prüfen.

Was bedeutet der Produktauslauf P.M400 für Betreiber?

Mit dem Wechsel in P.M400 tritt die Obsoleszenz ein. Das bedeutet nicht, dass ein installiertes Panel sofort ausgetauscht werden muss. Es bedeutet aber, dass das Gerät aus Sicht des Produktlebenszyklus nicht mehr wie ein reguläres Serienprodukt behandelt werden sollte.

Für die Instandhaltung beginnt damit die Planungsphase. Entscheidend ist, ob das Panel in einer produktionskritischen Anlage verbaut ist, ob ein Ersatzgerät vorhanden ist und ob die Projektierung gesichert wurde. Fehlt ein aktuelles Projektbackup, kann ein späterer Austausch deutlich aufwendiger werden als die reine Hardwarebeschaffung vermuten lässt.

Für den Einkauf verändert sich die Beschaffungsperspektive. Geräte im Eintritt der Obsoleszenz sollten nicht erst dann bewertet werden, wenn ein Ausfall vorliegt. Je näher der nächste Lifecycle-Schritt rückt, desto wichtiger werden belastbare Bezugsquellen, geprüfte Ersatzgeräte und eine klare Abstimmung mit der Technik.

Welche Rolle spielt P.M410 ab Oktober 2027?

Am 01. Oktober 2027 folgt für das KP300 Basic mono PN und das KP400 Basic Color PN der Status P.M410. Ab diesem Zeitpunkt gelten die Geräte als produktgestrichen und sind nur noch als Ersatzteil verfügbar.

Für Anlagenbetreiber ist das ein wichtiger Unterschied. Bei P.M400 geht es vor allem um eintretende Obsoleszenz und Planung. Bei P.M410 verschiebt sich der Fokus stärker auf Ersatzteilversorgung, Reparaturfähigkeit und Bestandsstrategie. Wer erst nach P.M410 mit der Bewertung beginnt, hat weniger Handlungsspielraum.

Deshalb sollte die Zeit bis Oktober 2027 genutzt werden, um kritische Anlagen zu priorisieren. Nicht jedes Panel muss sofort ersetzt werden. Aber jedes produktionsrelevante Panel sollte bekannt, bewertet und in eine Ersatzteilstrategie aufgenommen sein.

Warum Bediengeräte im Obsoleszenzmanagement oft unterschätzt werden

HMI-Panels fallen im laufenden Betrieb selten auf. Sie sind im Bedienpult integriert, erfüllen ihre Funktion und werden erst dann zum Problem, wenn Display, Tastatur, Elektronik oder Schnittstelle ausfallen. Dann ist die Maschine zwar mechanisch und steuerungstechnisch oft noch intakt, lässt sich aber nicht mehr wie vorgesehen bedienen.

Der Austausch eines Bediengeräts ist außerdem selten nur eine Frage der Hardware. Projektierung, Bedienbilder, Funktionstasten, Schnittstellen, Einbauausschnitt, Parametrierung und Anlagenfreigabe müssen berücksichtigt werden. Gerade bei älteren Maschinen ist nicht immer klar, ob die ursprünglichen Projektdateien vollständig und aktuell vorliegen.

Das macht die Statusänderung bei KP300 und KP400 für Instandhaltung und Einkauf relevant. Ein frühzeitig identifiziertes Panel lässt sich in Ruhe bewerten. Ein ungeplanter Ausfall führt dagegen häufig zu Abstimmungsdruck zwischen Technik, Einkauf, Produktion und Anlagenverantwortlichen.

Welche Schritte sollten Betreiber jetzt einleiten?

Zuerst sollte geprüft werden, ob SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN oder SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN in den eigenen Anlagen verbaut sind. Wichtig sind Gerätetyp, vollständige Artikelnummer, Anlagenstandort, Kritikalität und die Frage, ob die jeweilige Projektierung gesichert ist.

Danach sollte je Anlage eine passende Strategie festgelegt werden. Bei weniger kritischen Maschinen kann es ausreichen, den Austausch im Rahmen einer geplanten Modernisierung vorzubereiten. Bei produktionskritischen Anlagen kann ein geprüftes Ersatzgerät, eine definierte Reparaturoption oder eine gezielte Bevorratung sinnvoll sein.

Auch die Migration sollte frühzeitig bewertet werden. Dabei geht es nicht nur um ein mögliches Nachfolgegerät, sondern um Projektumstellung, Bedienkonzept, mechanische Einbausituation, Schnittstellen und interne Freigaben. Je besser diese Punkte vorbereitet sind, desto geringer ist das Risiko, dass ein Gerätetausch im Störungsfall zu längeren Stillstandszeiten führt.

Mögliche Lösungen - Reparatur, Austausch oder Migration?

Welche Option sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab. Eine Reparatur auf Bauteilebene kann bei industrieller Elektronik eine geeignete Maßnahme sein, wenn Fehlerbild, Zustand und technische Prüfbarkeit dafürsprechen. Sie sollte aber nicht pauschal vorausgesetzt werden.

Ein Austauschgerät kann sinnvoll sein, wenn die Anlage schnell wieder verfügbar sein muss und ein passendes, geprüftes Gerät beschafft werden kann. Eine Bevorratung kann helfen, wenn mehrere identische Panels im Feld sind oder die Anlage eine hohe Produktionsrelevanz hat. Eine Migration ist vor allem dann naheliegend, wenn weitere Komponenten bereits modernisiert werden oder die Bedienoberfläche ohnehin überarbeitet werden soll.

Für Betreiber ist entscheidend, diese Optionen nicht erst im Ausfall zu vergleichen. Ein technischer Prüfprozess und ein detaillierter Kostenvoranschlag vor Freigabe schaffen eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Instandhaltung und Einkauf.

Betroffen sind das SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN mit der Artikelnummer 6AV6647-0AH11-3AX1 und das SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN mit der Artikelnummer 6AV6647-0AJ11-3AX1.

Für beide Panels tritt am 01. Oktober 2026 die Obsoleszenz ein. An diesem Datum wechseln die Geräte in den Status P.M400.

Die Produktstreichung folgt am 01. Oktober 2027 mit dem Status P.M410. Ab diesem Zeitpunkt sind die Geräte nur noch als Ersatzteil verfügbar.

Nein. Ein sofortiger Austausch ist nicht automatisch erforderlich. Betreiber sollten aber prüfen, wo die Geräte im Einsatz sind, wie kritisch die jeweilige Anlage ist und ob Ersatzgerät, Reparaturmöglichkeit oder Migrationspfad vorbereitet sind.

Das lässt sich erst nach technischer Prüfung beurteilen. Entscheidend sind Fehlerbild, Zustand, Prüfbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. Eine Reparatur auf Bauteilebene kann eine Option sein, darf aber nicht pauschal angenommen werden. In über 90% der Fälle ist eine Reparatur möglich und wirtschaftlich sinnvoll.

Der wichtigste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Unternehmen sollten die betroffenen Artikelnummern in Anlagen, Ersatzteillisten und Lagerbeständen prüfen und anschließend kritische Anlagen priorisieren.

Wie EICHLER unterstützen kann

EICHLER unterstützt Betreiber bei der Bewertung und Instandsetzung industrieller Elektronik. Bei abgekündigten oder obsoleten HMI-Geräten gehören dazu die technische Prüfung, die Reparaturbewertung, die Ersatzteilversorgung und die Klärung möglicher Austauschoptionen.

Für betroffene SIMATIC-HMI-Geräte bedeutet das: Gerät eindeutig identifizieren, Fehlerbild prüfen, Reparierbarkeit bewerten und Alternativen wie Austauschgerät, Bevorratung oder Migration einordnen. Ziel ist eine tragfähige Entscheidung, die zur Anlage, zur Kritikalität und zum verfügbaren Zeitfenster passt.

Fazit: Obsoleszenz aktiv einplanen

Für das SIMATIC HMI KP300 Basic mono PN und das SIMATIC HMI KP400 Basic Color PN tritt am 01. Oktober 2026 die Obsoleszenz ein. Am 01. Oktober 2027 folgt die Produktstreichung. Damit ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die installierte Basis zu erfassen und eine Ersatzteilstrategie festzulegen.

Betreiber müssen nicht jede Anlage sofort umrüsten. Sie sollten aber wissen, wo die betroffenen Panels eingesetzt werden, welche Projektstände vorliegen und welche Optionen im Störungsfall realistisch sind. Wer diese Fragen vor dem Ausfall klärt, behält mehr Handlungsspielraum bei Reparatur, Austausch, Bevorratung und Migration.

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