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Product Change Notifications (PCN) - Siemens, Lenze, SEW u.v.m.
Product Change Notifications (PCN) weisen auf Änderungen an industriellen Elektronikkomponenten, Baugruppen oder Produktreihen hin. Für Instandhaltung, Einkauf und Anlagenverantwortliche ist entscheidend, früh zu erkennen, welche Folgen eine Änderung für Ersatzteilversorgung, Reparaturfähigkeit und Anlagenverfügbarkeit haben kann. Diese Rubrik bündelt Fachbeiträge, die PCN einordnen und dabei helfen, Handlungsbedarf rechtzeitig abzuleiten.
Alle Magazinartikel aus der Rubrik Product Change Notifications (PCN) in der Übersicht
Häufig gestellte Fragen zum Thema Product Change Notification (PCN)
Eine Product Change Notification, kurz PCN, ist eine Mitteilung des Herstellers über geplante oder bereits definierte Änderungen an einem Produkt, einer Baugruppe, einem Bauteil oder einem Fertigungsprozess. Für Betreiber industrieller Anlagen ist eine PCN wichtig, weil selbst kleine Änderungen Auswirkungen auf Ersatzteilversorgung, Reparaturfähigkeit, Kompatibilität oder Freigabeprozesse haben können. Eine PCN bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt abgekündigt ist. Sie sollte aber technisch geprüft und im Zusammenhang mit der eigenen Anlage bewertet werden.
Eine PCN kann sehr unterschiedliche Änderungen betreffen. Dazu gehören zum Beispiel geänderte Bauteile, neue Fertigungsstandorte, angepasste Materialien, andere Lieferanten, modifizierte Softwarestände, geänderte Verpackungen oder Anpassungen im Prüf- und Produktionsprozess. Entscheidend ist nicht nur, was geändert wurde, sondern ob die Änderung Auswirkungen auf Funktion, Passform, Qualität, Lebensdauer, Dokumentation oder Ersatzteilverfügbarkeit haben kann. Deshalb sollte jede PCN im technischen und betrieblichen Kontext geprüft werden.
Eine PCN informiert über eine Änderung an einem Produkt oder Prozess. Eine PDN, Product Discontinuation Notice, weist dagegen auf die Abkündigung eines Produkts hin. EOL steht für End of Life und beschreibt das Ende eines Produktlebenszyklus. LTB bedeutet Last Time Buy und bezeichnet meist die letzte Möglichkeit, ein Produkt vor der Abkündigung zu bestellen. Für Instandhaltung und Einkauf ist diese Abgrenzung wichtig: Eine PCN kann Handlungsbedarf auslösen, eine PDN oder EOL-Meldung erfordert jedoch meist eine Ersatzteil-, Reparatur- oder Modernisierungsstrategie.
Eine PCN kann dazu führen, dass Ersatzteile künftig anders spezifiziert, anders verfügbar oder nur noch eingeschränkt vergleichbar sind. In der Instandhaltung kann das relevant werden, wenn Baugruppen in bestehenden Anlagen eingesetzt werden, für die Freigaben, Prüfabläufe oder Ersatzteilstrategien bestehen. Auch Reparaturen können betroffen sein, wenn einzelne Komponenten nicht mehr identisch verfügbar sind oder sich technische Rahmenbedingungen ändern. Betreiber sollten daher prüfen, ob Bevorratung, Austauschgeräte, Reparaturprüfung oder eine Obsoleszenzbewertung sinnvoll sind.
Eine PCN sollte nicht nur abgelegt, sondern strukturiert bewertet werden.
- Zuerst ist zu klären, welche Anlagen, Ersatzteile oder Baugruppen betroffen sein könnten.
Danach sollten Technik, Instandhaltung und Einkauf gemeinsam prüfen, ob Funktion, Kompatibilität, Verfügbarkeit, Dokumentation oder Freigaben beeinflusst werden.
Wichtig ist auch, Fristen und Bestellmöglichkeiten im Blick zu behalten. Je nach Ergebnis können Reparaturprüfung, Ersatzteilbevorratung, Austauschgerät, Lieferantenklärung oder eine langfristige Obsoleszenzstrategie die passenden nächsten Schritte sein.
Ob eine PCN kritisch ist, hängt vom Einsatzfall ab. Wichtig sind Fragen wie:
- Wird das betroffene Produkt in einer laufenden Anlage genutzt?
- Gibt es sicherheits-, qualitäts- oder produktionsrelevante Funktionen?
- Ist ein identischer Ersatz erforderlich? Sind Freigaben, Parametrierungen, Schnittstellen oder Prüfabläufe betroffen?
Auch Verfügbarkeit, Restlebensdauer der Anlage und vorhandene Ersatzteilbestände spielen eine Rolle. Kritisch wird eine PCN vor allem dann, wenn sie kurzfristig Handlungsbedarf auslöst oder die bisherige Ersatzteil- und Reparaturstrategie verändert.
Product Change Notifications finden sich meist direkt bei Herstellern, in Kundenportalen, über Distributoren oder in technischen Lifecycle-Informationen zu bestimmten Produkten und Baureihen. In der Praxis ist die Recherche jedoch oft aufwendig, weil Informationen je nach Hersteller unterschiedlich bereitgestellt werden. Für eine erste fachliche Einordnung und den Bezug zur industriellen Instandhaltung bündelt das EICHLER Magazin Beiträge rund um PCN, Obsoleszenz, Ersatzteilversorgung und Reparaturstrategien. So lassen sich Meldungen besser einordnen und nächste Schritte ableiten.
PCNs bzw. produktbezogene Änderungs- und Lifecycle-Hinweise von Siemens sollten immer artikelbezogen geprüft werden, meist über MLFB, Bestellnummer, Produktfamilie und aktuelle Siemens-Quelle. Relevant sind vor allem: betroffenes Produkt, Art der Änderung, Zeitpunkt bzw. Wirksamkeitsdatum, PLM-Status, Hinweise zu Produkt-Auslauf, Produktstreichung oder Abkündigung, mögliche Nachfolger sowie technische Hinweise zur Verwendung. Für Betreiber ist wichtig, diese Angaben mit der eigenen Anlage abzugleichen: Ist das Teil verbaut, gibt es Freigaben, Parametrierungen, Ersatzteilbestände oder Reparaturstrategien, die betroffen sein können?
Siemens verwendet im Product Lifecycle Management mehrere Meilensteine. In offiziellen Siemens-Quellen werden unter anderem genannt:
- P.M 300 für Produkt-Liefereinsatz bzw. Product Rollout
- P.M 400 für die Ankündigung des Produkt-Auslaufs
- P.M 410 für Produkt-Streichung bzw. Product Cancellation
- P.M 490 für Produkt-Abkündigung bzw. End of Life
- P.M 500 für das Ende des Produktlebenszyklus
Je nach Produktbereich kann zusätzlich Q.P.M 280 als Verkaufsfreigabe auftauchen. Für Instandhaltung und Einkauf zählt neben dem Code vor allem, ab wann Neuteil, Ersatzteil, Nachfolger oder Modernisierung relevant werden.
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