Siemens CP 1545-1 Produktauslauf: 6GK7545-1GX00-0XE0 betroffen

Obsoleszenz tritt zum 01.09.2026 ein

Der CP 1545-1 Produktauslauf betrifft die Variante 6GK7545-1GX00-0XE0. Die Baugruppe wird in SIMATIC-S7-1500-Systemen als Kommunikationsprozessor für Industrial Ethernet eingesetzt. Betreiber sollten jetzt prüfen, wo das Modul verbaut ist, welche Kommunikationsfunktionen darüber laufen und ob Reparatur, Austauschgerät, Bevorratung oder eine geplante Umstellung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Siemens kündigt den Produktauslauf des CP 1545-1 GX00 an.
  • Betroffen ist die Artikelnummer 6GK7545-1GX00-0XE0.
  • Verbaute Baugruppen müssen nicht automatisch ersetzt werden.
  • Umstellung auf GX10 technisch und projektseitig prüfen.
  • Ersatzteilstrategie: Reparatur, Austauschgerät oder Bevorratung.

Siemens CP 1545-1 Produktauslauf: GX00 betroffen

Siemens hat im Industry Online Support eine Ankündigung des Produktauslaufs für den Kommunikationsprozessor CP 1545-1 mit der Artikelnummer 6GK7545-1GX00-0XE0 veröffentlicht. Der Siemens-Beitrag ist auf den 1. September 2026 datiert. Für Betreiber von SIMATIC-S7-1500-Anlagen ist das kein Anlass für eine vorschnelle Umrüstung, aber ein wichtiger Hinweis für Ersatzteilstrategie, Projektierungsstand und technische Risikobewertung. 

Welche Siemens Baugruppe ist betroffen?

Betroffen ist der Siemens CP 1545-1 GX00 mit der Artikelnummer 6GK7545-1GX00-0XE0. Laut Siemens-Betriebsanleitung handelt es sich um einen Kommunikationsprozessor zum Anschluss von SIMATIC S7-1500 an Industrial Ethernet. Genannt werden unter anderem TCP/IP, UDP, S7-Kommunikation, FTP-Client/Server, E-Mail und Cloud-Zugang über MQTT. 

In der aktuellen Siemens-Betriebsanleitung wird zusätzlich die Variante CP 1545-1 GX10 mit der Artikelnummer 6GK7545-1GX10-0XE0 geführt. Siemens beschreibt diese Variante mit Firmware-Version V2.0; für die Ausgabe 05/2025 nennt Siemens unter anderem Verbesserungen bei Security-Funktionen, Netzwerkauthentifizierung nach IEEE 802.1X und die Anbindung an SINEMA Remote Connect. 

Nein. Bereits verbaute Baugruppen müssen nicht automatisch ausgetauscht werden. Die Meldung ist aber ein klarer Anlass, Ersatzteilversorgung, Reparaturoptionen und mögliche Umstellungen rechtzeitig zu prüfen.

Nicht pauschal. Siemens führt GX00 und GX10 in der aktuellen Betriebsanleitung als Varianten des CP 1545-1, jedoch mit unterschiedlichen Firmware-Versionen. Ob ein Austausch in einer konkreten Anlage möglich ist, hängt von Projektierung, Firmware, Engineering-Version, Kommunikationsfunktionen und Anlagenfreigaben ab. 

Laut Siemens ist die GX00-Variante mit Firmware V1.1 mit STEP 7 Professional V17 projektierbar. Die vollständige Funktionalität der GX10-Variante mit Firmware V2.0 ist mit STEP 7 Professional V19 projektierbar. 

Das lässt sich erst nach technischer Prüfung bewerten. Entscheidend sind Fehlerbild, Zustand, Prüfbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. EICHLER kann die Baugruppe prüfen und bei Reparaturfähigkeit einen Kostenvoranschlag zur Freigabe erstellen.

Warum die Ankündigung des Produktauslaufs relevant ist

Kommunikationsprozessoren sind in vielen Anlagen nicht nur eine einzelne Baugruppe im Schaltschrank. Sie können Datenkommunikation, Fernzugriff, Diagnose, Cloud-Anbindung oder Security-Funktionen mittragen. Fällt ein solches Modul aus und steht kein passender Ersatz bereit, betrifft das je nach Projektierung nicht nur die Hardware, sondern auch Abstimmungen zwischen Instandhaltung, Automatisierungstechnik, IT/OT und Produktion.

Deshalb sollte die Ankündigung des Produktauslaufs nicht erst im Störfall betrachtet werden. Sinnvoll ist eine Bestandsaufnahme: In welchen Anlagen ist die Artikelnummer 6GK7545-1GX00-0XE0 verbaut? Welche Firmware- und Projektierungsstände liegen vor? Welche Kommunikationsfunktionen sind aktiv? Und welche Anlagen hätten bei einem Ausfall Priorität?

Was bei einer möglichen Umstellung zu prüfen ist

Ein Wechsel auf eine neuere Variante sollte nicht allein anhand einer ähnlichen Produktbezeichnung entschieden werden. Siemens unterscheidet in der Betriebsanleitung zwischen GX00 mit Firmware V1.1 und GX10 mit Firmware V2.0. Für die Projektierung nennt Siemens STEP 7 Professional V17 für die GX00-Variante mit Firmware V1.1; die vollständige Funktionalität der GX10-Variante mit Firmware V2.0 ist laut Siemens mit STEP 7 Professional V19 projektierbar. 

In der Praxis sollten Betreiber vor einer Umstellung prüfen, ob Hardwarekonfiguration, Firmware, TIA-Portal-/STEP-7-Version, IP-Konfiguration, Security-Einstellungen, Zertifikate, Firewall-Regeln und Kommunikationsbausteine zusammenpassen. Besonders bei vernetzten Anlagen ist außerdem zu klären, ob der CP 1545-1 in Fernwartungs-, Cloud- oder Segmentierungskonzepte eingebunden ist.

Ersatzteilstrategie statt Einzelentscheidung

Für Instandhaltung und Einkauf geht es nicht nur um die Frage, welches Gerät kurzfristig beschafft werden kann. Entscheidend ist, welche Strategie zum Anlagenrisiko passt. Bei weniger kritischen Anlagen kann eine geplante Umstellung ausreichend sein. Bei produktionskritischen Linien kann eine geprüfte Bevorratung oder ein abgestimmtes Austauschkonzept sinnvoller sein.

Bei schwer verfügbarer Hardware kann auch die Reparatur der vorhandenen Baugruppe eine Option sein. Ob eine Reparatur auf Bauteilebene möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich jedoch erst nach technischer Prüfung bewerten. Maßgeblich sind Fehlerbild, Zustand der Baugruppe, Prüfbarkeit und Verfügbarkeit relevanter Komponenten.

Wie EICHLER Betreiber unterstützen kann

EICHLER unterstützt Betreiber bei der Bewertung industrieller Elektronik, wenn Baugruppen von der Ankündigung eines Produktauslaufs betroffen sind. Dazu gehören technische Prüfung, Reparatur auf Bauteilebene, Ersatzteilversorgung, Austauschgeräte und Bevorratungskonzepte.

Vor einer Reparaturentscheidung steht die technische Prüfung. Wenn eine Reparatur möglich erscheint, dient ein detaillierter Kostenvoranschlag als Grundlage für die Freigabe. So können Technik, Einkauf und Anlagenverantwortliche belastbar entscheiden, ob Reparatur, Austausch, Bevorratung oder eine geplante Modernisierung der passende Weg ist.

Was Betreiber jetzt konkret tun sollten

Der erste Schritt ist eine saubere Anlagen- und Ersatzteilliste. Neben der Artikelnummer sollten Einsatzort, Firmwarestand, Projektierungsstand und Funktion der Baugruppe dokumentiert werden. Danach lässt sich bewerten, ob vorhandene Ersatzteile ausreichen, ob ein Austauschgerät vorbereitet werden sollte oder ob eine Umstellung auf eine neuere Variante geplant werden muss.

Parallel sollte der Einkauf prüfen, welche Beschaffungswege noch belastbar sind. Einzelne Restbestände können ein akutes Problem lösen, ersetzen aber keine langfristige Strategie für mehrere Anlagen, Linien oder Standorte.

Wichtige Dokumente

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